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24.05.2014 - 03.08.2014

Das Auge des Arbeiters – Arbeiterfotografie und Kunst um 1930

In Momentaufnahmen „von unten" belichtet die Ausstellung die Weimarer Republik. Sie lenkt den Blick auf bisher kaum wahrgenommene Akteure im Spannungsfeld zwischen privater Medienkultur und linker Propaganda: Arbeiter, Handwerker und Kleinbauern, die um 1930 ihre Lebenswelt fotografierten. Mit ihrem Alltag bildeten sie soziale wie politische Konflikte ab – und trugen damit zu deren agitatorischer Inszenierung in der Parteipresse bei. So erweisen sich die Amateuraufnahmen vom Beginn der Medienmoderne als Vorboten der DDR-Fotokultur bis hin zur heutigen Bilderflut des Internets.

In der Ausstellung treten die Arbeiterfotografien in einen Dialog mit Malerei und Grafik der Neuen Sachlichkeit und des Kritischen Realismus. Ein Mittler zwischen den Welten ist der Betonbauer Albert Hennig (1907-1998). Er wagte 1932 am Dessauer Bauhaus den Sprung vom proletarischen Amateurfotografen zum „Reklamemann". Als Künstler zu arbeiten, sollte ihm jedoch erst sehr viel später gelingen. Die Kunstsammlungen Zwickau bewahren Hennigs ebenso umfangreichen wie außergewöhnlichen Nachlass - darunter über 400 erstmals katalogisierte Fotografien. Eine Auswahl wird in der Ausstellung zu sehen sein.

Nach den Kunstsammlungen Zwickau zeigen im Herbst 2014 das Käthe Kollwitz Museum Köln und im Frühjahr 2015 das Stadtmuseum Dresden das „Auge des Arbeiters". Konzipiert wurde die Schau vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde Dresden gemeinsam mit der Fakultät Medien an der HTWK Leipzig sowie den Partnermuseen. Sie ist ein Ergebnis des mit Mitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierten dreijährigen Projektes „Das Auge des Arbeiters. Untersuchungen zur proletarischen Amateurfotografie der Weimarer Republik am Beispiel Sachsens". Es gelang, im Freistaat bedeutende Sammlungsbestände zu erschließen – ca. 5.000 Motive sind überwiegend online verfügbar und stehen damit für weitere Recherchen bereit.

Das Begleitbuch zur Ausstellung erscheint bei Spector Books Leipzig. Es enthält ein Bestandsverzeichnis der Fotografien von Albert Hennig in den Kunstsammlungen Zwickau und einen reich illustrierten Aufsatzteil. Die Publikation wurde wie die Ausstellungsgestaltung von der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen gefördert.

 

Eröffnung: 23. Mai 2014, 17 Uhr

 

Begleitbuch

Das Auge des Arbeiters. Arbeiterfotografie und Kunst um 1930
Herausgegeben von Wolfgang Hesse
440 Seiten (mit ca. 800  Abb. in Farbe und S/W)

Spector Books, Leipzig
36.00 Euro
ISBN 978-3-944669-44-1


"Kind eines Kleinbauern neben einem Rindergespann während der Feldarbeit", Kurt Beck (1909 – 1983) 1928-1932, Deutsche Fotothek Dresden

"Der KPD-Vorsitzende Ernst Thälmann bei der Kundgebung zur Reichstagswahl Frühjahr 1932 auf dem Volkmarsdorfer Markt in Leipzig", Fritz Böhlemann (1892 – 1978), Stadtgeschichtliches Museum Leipzig

„Gen. Gretel Kluttig, Gen. Arno Kluttig, Sohn u. seine Braut, Gen. Otto (Logierherr von Grete Kluttig), Gen. Liesel Sparschuh u. ihre Mutter, Gen. Hauk, Striesen“, Unbekannt um 1930, Stadtmuseum Dresden

"Mobile Agitationsplastik eines Panzers mit der Aufschrift 'Zörgiebels Maigeschenk für die Arbeiter' nach den Unruhen in Berlin vom 1.-3. Mai 1929, Leipzig Mai 1929", Unbekannt, Stadtgeschichtliches Museum Leipzig

"Lesende Frau (Schwägerin des Fotografen) mit der Zeitschrift 'Der Arbeiter-Fotograf' vom November 1929 mit dem Titelbild eines Zigeunermädchens von Ernst Thormann", Hans Bresler (1902 – 1994), Deutsche Fotothek Dresden

"Arbeiterfamilie in einer Notunterkunft in Leipzig", Unbekannt 1920er Jahre, Stadtgeschichtliches Museum Leipzig

"Arbeiter beim Flechten von Armierungseisen", Albert Hennig (1907 – 1998) um 1930, Kunstsammlungen Zwickau

Veranstalter

Kunstsammlungen Zwickau | Max-Pechstein-Museum

Postanschrift 
Lessingstraße 1
08058 Zwickau
Öffnungszeiten 
Di bis So 13 bis 18 Uhr
Gebühren 
Eintritt frei
Internetadresse 
www.kunstsammlungen-zwickau.de