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Wahr-Zeichen. Fotografie und Wissenschaft

Rede zur Eröffnung des Zweiten Teils des Kooperationsprojektes der Technischen Sammlungen Dresden, Museen der Stadt Dresden und der Technischen Universität Dresden

Dr. Andreas Krase, Dr. Agnes Matthias, 10. November 2006, Technische Sammlungen Dresden

Nicht nur das Leben, auch eine Ausstellung ist eine Baustelle, zumal eine Ausstellung nur das Leben meint und meinen kann. Auch die Technischen Sammlungen sind eine Baustelle, was außen und innen deutlich sichtbar ist. Positiv gesehen, heißt dies: Es bewegt sich etwas, wir bewegen uns und sind auf dem Weg als ein Museum, das sich der Geschichte und Gegenwart von Medientechnik und -kultur mit einem Schwerpunkt Fotografie verpflichtet sieht. Die heutige Eröffnung komplettiert das Kooperationsprojekt mit der Technischen Universität Dresden, sie besteht aus zwei, aufeinander bezogenen Teilen. Zunächst zum Titel, der Fragen provoziert hat und dies auch wollte: Wahrzeichen meint im sprachlichen Alltagsgebrauch ein besonderes Merkmal oder Kennzeichen, zumeist ein architektonisches einer Stadt. Wahr-Zeichen mit Bindestrich ist als Fragestellung, als Wider-Spruch gemeint. Er umspielt das Wahrheitsversprechen der Fotografie, die scheinbar unauslöschliche Überzeugung, fotografische Bilder wären mechanische Selbstabdrücke der Natur- und die konterkarierende Einsicht, mit dem Zeichen niemals der Sache selbst habhaft werden zu können. Die Abteilung Reproduktion in dieser Ausstellung hält dazu einige Vorschläge bereit.
„Wahr-Zeichen“ drückt ein Zweifeln aus, es meint das prinzipiell Fragliche der Wahrheit wie des Zeichens, das ambivalente Wirklichkeitsverhältnis von Fotografie. Fotografie und Wissenschaft, lautet der Untertitel — auch diese Festlegung ist eine Form der Akzentuierung. Fotografie ist ein Komplex kultureller Elemente, Wahrnehmungsweisen und Diskurse, vor allem auch technischer. Sie integriert in ihrer Bildlichkeit immer auch das Künstlerische als Möglichkeit. Dafür liefert diese Ausstellung spannende Beispiele, am eindrücklichsten vielleicht im Gegenüber von Aufnahmen des Mondes, hergestellt vom Astronomen Max Wolf in den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts und Fotografien, die von der Künstlerin Gisela Bullacher 1988 und 1990 aufgenommen worden sind. Dieses unmittelbare Miteinander wissenschaftlich und künstlerisch intendierter Aufnahmen sowie ihrer technischen Hintergründe schafft ein neues Ausstellungsformat. Es ist auch als ein Experiment zu verstehen und besitzt unübersehbar ein spielerisches Potenzial - wie Technik generell - und vermag im besten Falle ein Muster ausbilden für künftige Projekte. Als Ganzes stellt die Ausstellung sich auch der Prüfung, ob es einen Diskurs zwischen künstlerischem Ausdruck und wissenschaftlichem Forschen geben kann. Sie fällt in eine Zeit, da eine Umorientierung im Zuständigkeitsbereich der Kunstgeschichte erfolgt ist, die Schaffung einer interdisziplinären Bildwissenschaft betreffend, die nicht mehr nur verschiedene Ebenen der Bildproduktion berücksichtigt, sondern auch wissenschaftliche Visualisierungen mit einbezieht.
Die Struktur dieser Ausstellung hat ihre eigene Geschichte: Die Ursprungsidee entstand schon 2003, als die Kustodie der Technischen Universität Dresden Wolfgang Hesse und Andreas Krase bat, eine Ausstellung zum Spannungsfeld von Kunst und Wissenschaft unter besonderer Berücksichtung der Fotografie zu entwickeln. Gerade war die „timeline of photography“ im Rahmen des internationalen Projektes „SEPIA II“ fertig geworden — „Safeguarding European Photographic Images for Access“ der European Commission for Preservation and Access (ECPA) mit Sitz in Amsterdam fertig gestellt worden. Sie basiert auf dem Entwurf des Dresdner Fotopioniers Hermann Krone zur Fotografiegeschichte, seinem „Historischen Lehrmuseum für Photographie“. Es lag nahe, dieses als Muster zu nutzen, von da ausgehend inhaltliche Linien zu bestimmen, horizontale und vertikale Zeitschnitte vorzunehmen.
Die Ausstellung in den Technischen Sammlungen besitzt zwei zeitliche Kernzonen, die auch den Eingangsbereich markant bestimmen: Die eine ist um den Jahrgang 1907 herum angelegt, die andere reflektiert die unmittelbare Gegenwart. Da die Ausstellung in das kommende Jahr hineinreicht, haben wir den Jahrhundertschritt auf das Jahr 2007 festgelegt.
Diese Datierungen resultieren aus der historischen Tatsache, dass 1907 der Unternehmer Heinrich Ernemann, Gründer der Kamera- und Kinowerke Ernemann AG, im Namen der Vereinigung der Dresdner fotografischen Industrie, dem Königlichen Ministerium des Innern, das heißt, der Königlich Sächsischen Technischen Hochschule Dresden, eine beträchtliche Geldsumme zur Einrichtung einer Professur für Fotografie spendete. Durch diese finanzielle Förderung gab er der Gründung des Wissenschaftlich-Photographischen Instituts einen wichtigen Impuls. Den kaufmännisch denkenden Unternehmer leitete die Einsicht, dass die Konkurrenzfähigkeit seiner Erzeugnisse auf Dauer nur dann gewahrt werden könne, wenn es ihm gelänge, die wissenschaftliche Forschung in die Produktentwicklung zu integrieren. Im gleichen Jahr stiftete Hermann Krone sein schon erwähntes „Historisches Lehrmuseum für Photographie“ der Technischen Hochschule. Dieses Denkmal seiner Lebenstätigkeit als Forscher und Anwender der Fotografie war für den praktischen Einsatz als Lehrmittel bestimmt und sollte Lehre und Forschung fördern. Krone diskutierte in seinem Lehrmuseum die technischen Mittel der Fotografie und zugleich ihren Einsatz bei der wissenschaftlichen Aufzeichnung und Messung in bestimmten Wissenschaftsdisziplinen. Er stellte praxisbezogen die Weiterentwicklung der fotografischen Aufzeichnungstechnik selbst wie die Erweiterung ihrer Anwendungsfelder dar, das heißt, er hatte auch die apparative und damit produktionstechnische Seite im Blick, von der der Unternehmer Ernemann kam.
Von der Ernemann AG, wir befinden uns im ehemaligen Hauptsitz des Unternehmens, ging also ein fördernder Impuls aus in Richtung Etablierung der wissenschaftlichen Fotografie. Von der Technischen Hochschule ging ein Impuls aus auch in Richtung fotografischer Industrie, auf die Notwendigkeit der Entwicklung der technischen Instrumentarien verweisend. Zwischen dem Turm des Ernemann-Gebäudes, der 1923 fertig gestellt war und dem Gebäude des Wissenschaftlich—Photographischen Instituts — dem heutigen Beyer — Bau mit seinem Turm — dem Lohrmann-Observatorium, das seit 1913 besteht, kann auf Basis dieser historischen Beziehung eine wechselseitige Sender — Empfänger — Situation imaginiert werden, deren reale Umsetzung allerdings auf Hindernisse stieß — die Blickachse zwischen beiden Gebäuden ist durch einen Plattenbau der 70er Jahre versperrt. Die Vorstellung des Austauschs von Signalen ist in das Gesamtkonzept der Ausstellung integriert worden. Sie wird überführt in den heutigen Ausstellungskontext, indem bestimmte, von Hermann Krone benannte Anwendungsbereiche der wissenschaftlichen Fotografie als Themen in das Ernemann-Gebäude projiziert bzw. gespiegelt werden. Die entsprechenden Tafeln von Hermann Krone eröffnen die Ausstellung in der ALTANA-Galerie. Sie dienen dort auch als Referenz an die Vergangenheit der fotografischen Forschung und der Existenz dieser einzigartigen Sammlung zur Geschichte der Fotografie an der Technischen Universität und waren bestimmend für die Struktur der Ausstellung in den Technischen Sammlungen.
Hermann Krone war Naturwissenschaftler, Hochschullehrer, Fachschriftsteller, Dichter und Künstler. Er verstand sich, von seiner Ausbildung her, als Astronom und widmete dieser Disziplin besondere Aufmerksamkeit. Im Vergleich wird klar erkennbar, dass die verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen sehr unterschiedliche Formen und auch Kulturen der Einbindung der Fotografie als Dokumentations- und Messinstrument entwickelt haben. Besonders prekär war dies sicherlich im Bereich Astronomie — in dem der Fotoapparat mit immer größer werdender Himmelsteleskope verbunden werden musste. Kein menschliches Auge konnte farbige kosmische Erscheinungen erblicken, das Himmelslicht war über Jahrhunderte abstrakt weiß. Heutige Sternwarten und extraterrestrische Stationen liefern stark farbige Abbildungen auf der Basis von Spektralanalysen. Doch ist die Frage der Farbenwahrnehmung keine physikalisch zu beantwortende, den Elementen ist keine objektive Farbigkeit eigen. Diese ist allein eine Leistung der menschlichen Wahrnehmung. In der Farbenlehre überschneiden sich deshalb die Naturwissenschaften mit verschiedenen anderen, auch geisteswissenschaftlichen Disziplinen. Die entscheidende Frage ist stets, wie die menschliche Wahrnehmung und abstrakt gesetzte physikalische Werte ins Verhältnis gesetzt werden können. Die Maßhaltigkeit der fotografischen Aufzeichnung ist von Anfang an die höchste Herausforderung gewesen, z. Bsp. in der Kartographie, den fotogrammetrischen Techniken, die sich auch mit aktuellsten Beispielen in der Ausstellung finden lassen.
Die Ausstellungsrecherchen haben auch etwas scheinbar Selbstverständliches erwiesen. Die Apparate geben die Bilder, die mit ihnen gemacht worden sind, nicht heraus. Fotografische Apparaturen sind häufig neutral in Beziehung zu den Abbildungszwecken, die mit ihnen verfolgt worden sind. Im Verhältnis Fotografie und Wissenschaft gibt es außerdem keine zeitliche Kontinuität oder Parallelität.
Unsere Ausstellung kann deshalb nur Verweise geben, Punkte bestimmen, in der Hoffnung, dass der Raum dazwischen dadurch sichtbar wird. Sie soll nicht nur zeigen, was Technik alles kann im Sinne eines einfachen Fortschrittsbegriffs, sondern hinterfragt kritisch die Zwiespältigkeit, oder Janusköpfigkeit, dieser Entwicklung, und dies nicht nur vermittelt über künstlerische Positionen. Sie soll mit dem Blick in Wissenschaftswelten auch verdeutlichen, welche grundlegende Veränderung der Seh- und Wahrnehmungsgewohnheiten mit der Einführung der Fotografie eingeleitet worden sind: Die Fotografie verwandelt als technische Disposition Dinge in Informationen. Die Aneignung der Welt, als ein menschliches Begehren, hat in der Fotografie ein ideales Instrument. Nicht über die Gegenständlichkeit, sondern über ihr fotografisches Bild, schienen die Dinge der Welt verfügbar zu werden, sie konnten fotografisch aufgenommen und vermessen werden. Die Spiegelung im Bild, die Re-Produktion der Welt, war eine Fantasie des 19. Jahrhunderts. Sie setzte darauf, anstatt der Dinge wenigstens ihrer Abbilder habhaft zu werden, sie zu archivieren als glaubwürdige Beweise ihrer Existenz.
Visualisierung bedeutet in der Gegenwart keine prinzipielle Veränderung dieses Verhältnisses, insbesondere in den Wissenschaften. Mit dem Übergang der Forschung in die Nanodimension hat die analoge Technik jedoch ausgedient. Die Ansichten und Präsentationsformen, die heute erzeugt werden, gehen nicht mehr vom Beweischarakter des technischen Bildes aus, sie sind errechnete Konstrukte auf der Basis von Messungen. Das programmgestützte Bild, dessen Manipulierbarkeit kein Mangel ist, sondern Vorbedingung seiner Herstellung, hat keinen eindeutigen Referenten mehr. Programmierungs- und Rechenfehler können virtuelle Daten erzeugen, die in ihrer Ausgabeform nicht mehr zu unterscheiden sind von jenen, denen ‚wahre Zeichen‘ zugrunde liegen. Dennoch ver-ständigen sich Menschen, wenn sie komplexe Inhalte diskutieren, immer auch über Bilder, insbesondere in der Wissenschaft. Dass diese Darstellungen sich zusammen mit den Technologien und Wahrnehmungsformen historisch verändern, dafür will diese Ausstel-lung Beispiele geben.
Um die konkreten Inhalte der Ausstellung zu erläutern, muss noch einmal kurz auf Hermann Krone zurückgekommen werden. Sein „Historisches Lehrmuseum für Photographie“, bestehend aus insgesamt 141 großformatigen Tafeln und 12 Daguerreotypierahmen, auf denen collageartig und thematisch sortiert eigene Fotografien und solche anderer Produzenten zu sehen sind, diente zur bildhaften Veranschaulichung unterschiedlicher fotografischer Verfahren. Neben Erläuterungen zum Prozess der Heliogravüre oder zur „Herstellung von Reservenegativen nach Glasnegativen“ finden sich einige Beispiele für den anwendungsbezogenen Einsatz der Fotografie in den Wissenschaften — „Die Photographie im Dienste…“ hat Krone diese Tafeln betitelt. Diese Formulierung umreißt das Konzept der Ausstellung hier in den Technischen Sammlungen in treffender Weise. Anhand von vier Tafeln aus Krones „Lehrmuseum“ werden thematische Leitlinien gezogen und grundsätzliche Fragestellungen formuliert: Inwiefern sind fotografischer Aufzeichnungsmodus und Erkenntnisinteresse gekoppelt? Was können fotografische Verfahren in welchen Wissenschaftsbereichen leisten und wo liegen die Grenzen der Fotografie? Am Beispiel der Themenfelder Geowissenschaften, Röntgentechnik, Kunstreproduktion und Astronomie werden nicht nur von Krone angeführte Wissenschaftsbereiche vorgestellt, sondern zugleich paradigmatisch die Grundphänomene der Fotografie — Licht, Raum und Zeit — verhandelt. Fotografie ist Aufzeichnung von Licht auf sensitivem Material: die Astronomie fußt letztlich auf der Beobachtung des von Himmelskörpern ausgehenden Lichts; Fotografie ist an ein räumliches Kontinuum gebunden: die Geowissenschaften Geografie oder Fotogrammetrie widmen sich der Kartografierung und Vermessung des Raumes; Fotografie ist die Belichtung innerhalb einer vorab festgelegten Zeitdauer: das Röntgenbild ist Fixierung einer ephemeren Erscheinung auf dem Röntgenschirm. Und der Akt des Fotografierens ist immer ein reproduktiver: es entstehen Abbilder einer Wirklichkeit, Spuren eines Vorhandenen.
Zum Auftakt werden im vorderen Teil der Ausstellung apparative Elemente des Fotografischen um 1907 präsentiert, eben jenem Jahr, als Krone sein Lehrmuseum der Technischen Hochschule übergab. Damals Produkte neuster Technik, sind diese Kameras und Objektive mit ihren glänzenden Metallteilen und Lederbalgen für uns Relikte einer längst vergangenen Epoche. Als Gegenstück zu dieser historischen Objektinsel fungiert eine vom Institut für Angewandte Photophysik der TU Dresden entwickelte Versuchsanordnung, die ganz aktuelle Formen der wissenschaftlichen Visualisierung im Bereich der Nahfeldmikroskopie demonstriert, jedoch auf dem ältesten Kameraprinzip überhaupt basiert, nämlich der Camera obscura. Hier ergibt sich zudem ein interessanter institutionengeschichtlicher Bezug: Das Institut für Angewandte Photophysik ist die Nachfolgeeinrichtung des im Jahr 1908 mit Unterstützung der Ernemann AG gegründeten Wissenschaftlich-Photographischen Instituts, das auf Hermann Krones Leistungen im Bereich der Lehre aufbaute.
Der Zeitschritt von rund 100 Jahren, wie er exemplarisch im vorderen Teil der Ausstellung vollzogen wird, findet sich in einer Form der medienarchäologischen Perspektive in den einzelnen Kapiteln wieder. Gezeigt werden, gebündelt in einzelnen kleinen Erzählsträngen, historische Aufnahmen aus der Zeit ab 1900, mit einem Komplementär aus der Gegenwart, anhand dessen Nachfolgetechnologien erläutert werden. So gibt es im Ausstellungskapitel „Geowissenschaften“ Aufnahmen des Stadtzentrums von Leipzig, die 1909 von Ernst Wandersleb vom Heißluftballon „Thüringen“ aus gemacht wurden, in Ge-genüberstellung mit Luftbildern, die heute vom Landesvermessungsamt Sachsen zur Kartografierung erstellt worden sind. Für eine apparative-technische Kontinuität steht die Tatsache, dass damals wie heute mit Kameras der Firma Zeiss fotografiert wurde. Ein Konnex rezeptionsgeschichtlicher Art findet sich im Kapitel Röntgen. Hier wird deutlich, dass die Lust am Experiment mit Röntgenstrahlung eine ungebrochene ist. Bereits 1896 — ein Jahr nach Entdeckung der neuen Strahlen — durchleuchtete der Frankfurter Physiker Walter König die unterschiedlichsten Objekte, um deren Wirkung als Schattenbild zu untersuchen, etwa eine Perlenkette oder eine ägyptische Katzenmumie. Rund hundert Jahre später legt sich der Künstler Jürgen Klauke in einen Röntgenschacht - zur „Selbstfindung“, wie er die Arbeit in ironischem Duktus betitelt hat.
Die Beziehung zwischen Fotografie und Wissenschaft kann in der Ausstellung nur in Ausschnitten vorgestellt werden, das Spektrum, gleichermaßen gekennzeichnet von Entdeckergeist und Standardisierung, von technischem Fortschritt und seinem Scheitern, von Visionärem und wissenschaftlichem Alltag, ist vielfältiger. Einen Blick ganz anderer Art auf diese Beziehung sollen die in die Ausstellung integrierten Künstlerpositionen anregen, die, mal sachlich-analytisch, mal ironisch oder poetisch-abstrakt, die vier Kapitel kommentieren. Außerhalb des Ausstellungsraumes, im 1. Stock, findet sich die extra für „Wahr-Zeichen“ entwickelte Camera-obscura Installation von Edgar Lissel.
Die Ausstellung will innerhalb des Diskurses einer Bildwissenschaft, wie sie sich seit etwa zehn Jahren in einem fächerübergreifenden Ansatz herauskristallisiert, einen Beitrag leisten, der traditionelle Grenzziehungen zwischen den verschiedenen Nutzungsformen und Einsatzbereichen der Fotografie überwindet und diese stattdessen genre- und zeitübergreifend als Mittel zur Aneignung, zum Verständnis und zur Interpretation von Welt in einer visuellen Kultur präsentiert. Dieses mehrschichtige Konzept bedeutet für die Technischen Sammlungen Dresden einen neuen Ansatz, der in zukünftigen Projekten verstärkt verfolgt werden soll. Es sind neben den technikgeschichtlichen auch die kulturhistorischen und ästhetischen Dimensionen des Mediums, die dabei im Zentrum stehen sollen — „Wahr-Zeichen“ will hier Maßstäbe setzen.
© Dr. Andreas Krase, Dr. Agnes Matthias

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